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Gemeinderaumumbau

2006 bis 2007 im Jugendraum Mittelherwigsdorf

Bericht einer Herzensangelegenheit

Bereits am Beginn des Jahres haben sich Jugendliche mit einigen Erwachsenen getroffen und den Raum ausgeräumt. Danach begannen sie die Wände und die Decke abzuhacken. Das war eine sehr unangenehme Arbeit. Vor der eigentlichen Mauerwand befand sich eine vorgesetzte Trockenwand, hinter der es muffelte und staubte. An der Ostseite wurden zwei alte Fensteröffnungen (die alten Stallfenster) wieder aufgebrochen. Ebenfalls wurden die alten Holzdielen entfernt, unter diesen kamen die in Erde gelegten Steine des ehemaligen Stallgrundes zum Vorschein. Diese wurden auch ausgegraben und der Untergrund für das Einbringen des neuen Fußbodens vorbereitet. Da zu der Zeit aber noch frostige Temperaturen im Raum herrschten, war das längere Zeit nicht möglich.

Erst im April wurde es so warm, dass mit dem Unterbeton begonnen werden konnte. Die Entsorgung des anfallenden Abfalls beim Abriss übernahm ein ortsansässiger Unternehmer kostenlos für uns. Um noch Geld für die Finanzierung zu bekommen, haben sich vor Ostern Jugendliche und Kinder zum Basteln getroffen. Sie fertigten aus Papier und Keramik verschiedene hübsche Gegenstände, die in der Kirche zum Verkauf angeboten wurden und 156 Euro erbrachten. Außerdem wurden im Gottesdienst 469 Euro gespendet und 200 Euro von der Firma TechnoCoat.

Nachdem im Mai der Fußbodenestrich aufgebracht wurde und trocknen musste, begannen drei Erwachsene und zwei Jugendliche die Wände mit Lehm zu verputzen. Das musste in mehreren Schritten erfolgen. Ein Teil der Wände sowie die gesamte Decke wurden frei gelassen, um einen rustikalen Eindruck zu schaffen und an den Stall zu erinnern. Im Sommer begannen die Jugendlichen die alten Stühle (wie in Schulen vorhanden) aufzuarbeiten. Das Holz wurde abgeschliffen und gewachst und das Stahlrohrgestell in frischen Farben gestrichen. Dadurch konnte das Geld für neue Stühle gespart werden, nur die Tische wurden erneuert.

Die Fußleistenheizung wurde durch eine Heizungsfirma eingebaut. Leider war auch im August der Fußboden noch nicht so weit getrocknet, dass der Belag gelegt werden konnte. Der Raum ist durch seine tiefe Lage und Nord-Ost Ausrichtung sowieso relativ feucht, aber das war nicht normal. Es wurde dann vermutet, dass sich auf dem Estrich eine absperrende Schicht gebildet hatte, die ein Trocknen verhindert. Der Fußbodenleger hat im September den Estrich abgeschliffen. Danach setzte langsam ein Trockenprozess ein.

In der Zwischenzeit wurden so viel Arbeiten wie möglich weiter geführt, die Anbringung der Beleuchtung zum Beispiel an einer Wand wurde ein Reliefbild aus Lehm geschaffen, die Erdkugel umgeben von Kinderhänden. Auch die Heizungsverkleidung wurde selbst gebaut. So entstanden an vielen Stellen nur die Kosten für das Material. Für die beteiligten Jugendlichen und Erwachsenen entstand ein gemeinsames Werk, auf das sie sehr stolz sind. Vor allen ging es ja ganz nach ihren Vorstellungen, die weitestgehend umgesetzt wurden.

Im November konnte dann endlich mit dem Verlegen des Fußbodens begonnen werden. Ein am Projekt beteiligter Vater konnte über einen Bekannten gebrauchtes Parkett erwerben, neues wäre einfach zu teuer gewesen. So aber war es möglich einen sehr schönen und haltbaren Holzfußboden zu schaffen. Nach dem Abschleifen sah er aus wie neu und ist vor allem aus einem natürlichen Rohstoff, nicht aus irgendeinem Kunststoffmaterial.

Ein Stall wird zum Raum junger Menschen

Nachdem es nun fast bis zum Ende des Jahres gedauert hat, was viel länger ist, als je dafür eingeplant war, ist das Projekt zu einem guten Ende gekommen. Die Jugendlichen, mithelfende Erwachsene und Kinder sind unheimlich stolz auf das Geschaffene. Sie wollen sich jetzt viel mehr als früher in diesem Raum treffen um gemeinsam ihre Zeit zu verbringen und etwas zu unternehmen. Auch hat sich bereits zu der bestehenden Krabbelkindergruppe eine Kleinkindergruppe gebildet. Sie sind sehr froh, jetzt diesen Raum zum Spielen und Treffen zu haben. Es schließen sich immer wieder neue Mütter und Kinder aus dem Ort, ja sogar aus anderen Orten an. Gerade hier in unserer Gegend sind solche Zeichen für die Zukunft der Kinder und Jugendlichen unheimlich Mut machend.

Von Ingrid Kunze

Bilder

Von Felix Weickelt