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Kirche Oberoderwitz

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kirche_oow.jpg Die alte Kirche [gemeint ist die bis 1819 bestehende Kirche, d. Red] stand auf dem alten Gottesacker nördlich von der jetzigen Kirche. Wann diese erste Kirche in Oberoderwitz erbaut worden ist, ist unbekannt; es ist jedoch anzunehmen, daß dies Mitte oder Ende des 15.Jahrhunderts geschehen ist. 1611 wurde "das alte Gemäuer" des Turmes um 23 Ellen erhöht und 1612 " mit den Gehölzern" die Spitze vollendet. 1716 erfolgte seine Instandsetzung. Die alte Kirche wird als sehr niedriges, enges und finsteres Gebäude geschildert.

Schon vor dem 7-jährigen Kriege war die Erweiterung oder der Neubau der äußerst baufälligen Kirche geplant. Jedoch half man sich noch 1772 mit der Reparatur des Dachwerks. 1815 endlich wurde vom Baudirektor Eschke in Zittau der Riss einer neuen Kirche unter Beibehaltung des Turmes eingefordert; anstatt der sieben Fenster an jeder Langseite waren in einer zweiten Planung nur sechs und die Benutzung der Südmauer angenommen. Die Stirnseite sollte drei Fenster "und die beiden Türen in den Längsseiten gerade in der Mitte des Gebäudes und übrigens eine Länge von 60 Ellen mit Anschluß des Turmes und eine Breite von 35 Ellen erhalten". Schließlich entschloß man sich, den Neubau an anderer Stelle aufzuführen und die alte Kirche abzubrechen.

kirche-oow-innen-altar.jpg Der Bau wurde 1816 begonnen. Am 3 Juni 1817 ward unter großer Feierlichkeit und allgemeiner Beteiligung der Grundstein zur neuen Kirche gelegt, eingemauert und die Feier nach der Festrede des M. Rhäsa mit vom P. Franz in Leuba gesprochener Kollekte und Segen und Gesang geschlossen. Glockengeläute schloß die ganze erhebende Feier ab, zu der sich mehrere Tausende aus Nachbarorten eingefunden hatten, die ihre Teilnahme durch freiwillige Spenden kund gaben, wie denn auch weiter der Bau, sei es durch geleistete Fuhren, seitens der Bauern zu Niederoderwitz, Großschönau und anderen Orten, sei es durch reichliche Spenden freundnachbarschaftlichst, unterstützt wurde, selbst aus den böhmischen Orten Warnsdorf und Georgswalde. Der mit vielem Eifer betriebene Bau wurde innerhalb zwei Jahren unter Leitung des Herrn Baudirektor Eschke in Zittau glücklich zu Ende geführt.

Am 7. November, 22. p. Trin. 1819 ward unter reger Teilnahme der Behörden und der Gemeindeglieder die neue Kirche eingeweiht.

Der Turm wurde erst am 22. Oktober 1821 vollendet. Die Baukosten betrugen 39316 Taler 18 Groschen, ungerechnet die Spann- und Handdienste. Diese bedeutende Summe brachte die Gemeinde zum größten Teile aus eigenen Mitteln auf.

Die alte Kirche wurde bis 1819 benutzt und nach Verwendung des alten Holzes für den Neubau gänzlich abgebrochen. 1844 mußte der hölzerne Fußboden im Kirchenschiff wegen Schwamm durch Steinplatten ersetzt werden. 1860 erhielt der Altarplatz Steinplattenbelag. 1874 erfolgte eine umfangreiche Erneuerung der Turmhaube.

Der mächtige, im Osten innen chorartig gestaltete Saal (s. Foto auf Bild 3) fasst auf den drei Emporen 1200 und im Schiff 300 [Stand 1819, d. Red.] Personen. Den Raum erhellen je 7 Fenster an den Langseiten, je drei an den Schmalseiten. Die Ostseite hat zwei Eingänge, die anderen Seiten je einen. Die Sakristei liegt in der Ecke neben dem Altar unter der Empore.

Das Äußere ist schlicht. Die Türverdachung ist als Gurtgesims herumgeführt, ebenso wie das Hauptgesims um den Turm. Unterhalb des Gurtes kleine rechteckige, darüber, auch am Turm, hohe Bogenfenster.

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