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Überströmender Bach

So spricht der Herr: „Ich breite aus … den Frieden wie einen Strom und den Reichtum der Völker wie einen überströmenden Bach…Kinder sollen auf dem Arm getragen werden, und auf den Knien wird man sie liebkosen“

Jesaja 66,12

Während unserer Urlaubszeit habe ich mich mehrmals an starke Bilder der Verheißungen Propheten Jesajas erinnert. Zwei Bilder wurden mir sogar mehrmals vor Augen gestellt: ein überströmender Bach und eine Familie, die im Frieden glücklich lebt. Zuerst auf der Moldau, wo ich mit meinen Mädels in Südböhmen am Böhmerwald paddelte, und dann spätestens noch ein Mal an Bächen und ihren Wasserfällen im Berchtesgadener Land, die wir mit Vergnügung - meine Frau und ich – betrachteten und genossen.

Anhand dieser starken Bilder dachte ich über meine Kirchgemeinde zu Hause nach. Jesaja hat ursprünglich über die neue Stadt Jerusalem und das Volk Gottes geweissagt und diese Bilder symbolisieren für mich das wichtigste, was ich an der Kirche schätze: man wird in ihr begeistert, belebt, manchmal auch abgehärtet!, so dass man wieder auftanken und aufs neue in den Strom des Lebens springen kann, und man fühlt sich mit anderen familiär verbunden. Man teilt mit anderen Schwestern und Brüdern die gemeinsame Familie, die im Frieden, Glück und Sicherheit leben kann, weil auch jeder Last des anderen solidarisch trägt und jeder freut sich, mit anderen feiern und das Leben genießen zu können. In so einer Gemeinschaft fühlt man sich geschützt und geborgen.

Frieden ist ein Zustand von Glück und Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft, der aus der Beziehung mit Gott hervorgeht – wie der Strom vom Altar in einer anderen Vision vom Propheten Ezechiel (Hesekiel 47,1ff.) In diesem Frieden freut man sich auch an einer Offenheit, die für mich die offene Landschaft in den Alpen symbolisierte, weil man sich in ihr sicher fühlt.

Offenheit, Sicherheit, Reichtum und Leben – all diese Werte brauchen wir und suchen wir. All diese Werte treffen sich im überströmenden Bach, der von Bergen rapide herabfließt, und in der Familie der Kirchgemeinde zusammen, die für uns Jesus Christus stiftet und wo wir uns als Brüder und Schwestern und als Freunde gegenseitig gerne sehen und empfangen und wo das gesunde Selbstbewusstsein gestiftet wird.

In unseren Städten und Dörfern herrscht oft auch ein anderer Geist – der Geist der Angebote, die zu viel kosten, Angebote, die nicht zur Verfügung stehen, oder Angebote, die niemanden interessieren. Der Geist des freien Marktes ist uns sehr vertraut und bestimmt einen sehr großen Teil unseres alltäglichen Lebens. Wenn dieser Geist als alleiniger Herrscher unser Leben regiert, führt er dann zum Egoismus, Narzissmus, zur Entfremdung und zur Atmosphäre, die wild überkochen kann. Es gibt dann keine Gemeinschaftsverbundenheit mehr, keine Brüderlichkeit, sondern jeder schlägt sich irgendwie durch und sucht vergeblich Verständnis bei anderen, die ihm fremd sind. Jeder sucht seinen Gewinn, der ihn letztendlich nicht glücklich macht, und vor allem: die gemeinsame Identität und der Boden fehlen.

Lasst uns deshalb von prophetischen Bildern der Bibel schöpfen, von Bilder und Visionen, die zum wahren Glück und zum Frieden vor Ort führen können!

Ihr/Euer Pfr. Adam Balcar

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