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Licht aus der Höhe

„Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe, um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes, und unsere Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens“

Lukas 1,78

Wie kann man denn dieses Jahr nur Weihnachten feiern, frag ich mich mal wieder. Die gewohnte Weltordnung bröckelt auseinander. Alles ist im Umbruch und in Frage gestellt. Die Erde ist verwundet und wehrt sich gegen die fortschreitenden Misshandlungen. Und auch die Kirchen bleiben nicht das, was sie mal waren. Vertraute Strukturen sind nicht länger zu halten. Was kommt da wohl noch alles auf uns zu?!

„Das Volk, das im Dunkeln sitzt, sieht ein helles Licht.“

Krippenspiel in Oberoderwitz Ein Satz aus dem Alten Testament in trostloser Zeit dem Volk Israel zugesprochen. Ein Licht in der Dunkelheit! Erschienen ausgerechnet den Hirten, wie wir es in der Weihnachtsgeschichte hören. Diesen Hirten, die für Maria, Joseph, uns und dem ganzen Volk Gottes Boten werden sollten, muss Gott allerhand zugetraut haben. Gerade diese Armen, Ausgegrenzten, die nicht irgendwo satt wohnten, empfingen die Weihnachtsbotschaft. Und sie sollten diese Botschaft weitertragen. Ohne Angst und unverzüglich!

Dass die Ankunft Jesu, des Retters, wie der Engel verkündet, in der Dunkelheit beginnt und sich in armseliger Umgebung entfaltet, müssen wir vielleicht erst neu wieder sehen lernen. Denn wir erwarten doch selbstverständlich Weihnachten als ein schönes, festliches, reiches Event mit Glanz und Pracht und allem, was die Tradition da so bietet. Oder etwa nicht? Dass das Kind in Windeln gewickelt in einer Futterkrippe liegt, das überhört sich dann leicht.

Ach ja, und die Angst, - sie gehört wohl dazu, wenn es hell in uns werden soll. Hören wir doch auf den Engel, der da sagt: „Fürchtet euch nicht!“ Wir sollen keine Angst haben. Weder vor dem Altwerden, noch vor der Zukunft. Auch in diesem Jahr dürfen wir dem Licht vertrauen, das Hoffnung bringt. Hoffnung als Lebenselixier. Hoffnung, die Mut und Kraft gibt, die Licht und Wärme nicht krampfhaft festhalten will, oder gar einsperren als Privatbesitz, sondern weiterreichen will an Menschen, die unter Kälte und Finsternis leiden.

Gott will unter uns sein und macht sich deshalb aus himmlischen Höhen auf, zu uns herein in allen menschlichen Unfrieden. Das Jesuskind liegt auf hartem Holz. Es wird Gewalt am eigenen Leib erleben und Hass, zu dem Menschen fähig waren und sind. Gerade deshalb will Gott unter uns seinen Frieden und seine Liebe ausbreiten.

Monika Günther

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