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„Habt Salz in euch und haltet Frieden untereinander!“
Markus 9,50

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Habt Salz in euch

Am Freitagabend, dem Beginn des Schabbats, spricht in den jüdischen Familien der Hausvater den Kidduschsegen, indem er den Kelch Wein segnet und ihn seinen Leuten reicht. Danach segnet er zwei geflochtene Schabbatbrote, bricht sie, bestreut sie mit Salz und reicht sie den Mitfeiernden. Der Tisch ist an diesem Abend ein Altar und der Hausvater der Hauspriester. Die Schabbatfeier ist ein fröhlich heiliges Fest – warum dann nicht Zuckerbrot?

In biblischer Zeit benutzte man das besonders scharfe, mineralstoffhaltige Salz des toten Meeres zum Salzen des Opferfleisches und zur Heilung von Wunden. Die Salzlachen der Mittelmeerküste dienten der Salzgewinnung zur Speisewürze und das Steinsalz aus den Grotten am toten Meer nahm man zum Konservieren. Alle drei Salze sind in ihrer chemischen Zusammensetzung Salz der Erde.

Jesus sagte, dass wir, also seine Nachfolger das „Salz der Erde“ sind. Um Speisen schmackhaft zu machen, bedarf es oft nur wenig, also einer Prise Salz, was heißt, dass auch eine „kleine Herde“ ihrer Berufung gerecht werden kann. Salz ist unbestechlich, es bleibt immer Salz. Man kann es aber verschmutzen und somit unbrauchbar machen. Falsche Freunde schmieren sich „Honig ums Maul.“ Das Salz dagegen steht für Ehrlichkeit. Das heißt, Jesus warnt uns, durch salzähnliche Imitate aus der gottgewollten Qualität eine menschengefällige Quantität zu machen, denn dann sind wir zu nichts mehr nütze, als das Gott uns als kraftloses Zeug von den Menschen zertreten lässt. (Matthäus 5,13)

Unsere Rede soll allezeit mit Salz gewürzt sein. Das heißt, es müssen auch mal scharfe Töne (Salzworte) angeschlagen werden, also der „Welt“ klar sagen, was Sache ist. Doch das vermeiden wir gern um des „lieben Friedens“ Willen. Wahrscheinlich ist aber der „liebe Frieden“ nicht immer der rechte Frieden. Wird das Salz allerdings missbräuchlich verwendet, kann eine Speise verdorben (versalzen) werden und wird somit ungenießbar. Ob die Kirche ihrer Berufung als das Salz der Erde gerecht wird ? – ich maße mir da kein Urteil an, möchte aber Mut machen, diesbezüglich mal das eigene Umfeld und das der eigenen Kirchgemeinde zu beleuchten. Der Salzbund des Alten Testamentes, den Gott mit seinen Israeliten geschlossen hat, ist von Jesus weitergegeben worden an seine Nachfolger. Nur wenn wir uns kompromisslos zu Gott und seinen Verheißungen bekennen, werden wir unserer Berufung als Salz der Erde gerecht.

Monika Günther

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