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Gedanken an einem schwülwarmen Sommerabend

Ein Sprichwort sagt: “Wer den Sommer haben will, muss auch die Mücken ertragen.“ Beides gehört nun mal zusammen. Nur in der Phantasie gibt es dauerhaft ungetrübte Freude und reinstes Glück. In Reisemagazinen liest sich das ganz anders. Für die „schönste Zeit im Jahr“ werden Urlaubsparadiese angepriesen, z. B. in der Karibik. Traumhaft! Keinerlei Hinweise auf sehr, sehr hohe Luftfeuchtigkeit und massenhaft Sandflöhe am ach so weißen Sandstrand. Doch die Idylle trügt. Hinter den perfekt bunten Fotos der Urlaubskataloge ist eine Wirklichkeit verborgen, die sticht und strapaziert.

Wer realistisch genug ist, das Paradies nicht auf Erden zu suchen, ist vor Enttäuschungen gefeit. Was aber, wenn es mehr als Mücken und Sandflöhe sind, die das Leben schwer machen?

Ganz schnell wird mit zweifelndem Unterton gefragt: „Wo war, wo ist Gott? Warum lässt er so etwas zu?“ Dabei wissen wir doch, dass uns an keiner Stelle in der Bibel versprochen ist: wenn du nur recht fromm lebst, wird es dir immer gut gehen und das Leben bleibt leicht und süß wie Zuckerwatte.

Wenn etwas Unfassbares geschieht, was auch noch unglaublichen Schmerz nach sich zieht, erscheint uns Gott weit weg. Ist das der Gott der Liebe? Fragen, die nagen. Die einen umtreiben, ruhelos werden lassen und Zweifel nähren. Wo ist Gott? Grund für diese Frage ist auch eine Sehnsucht danach, dass Gott auch wirklich da ist. Als Jesus am Kreuz litt, rief er laut: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen !?“ Eine Klage ist das. Aber eine Klage ist auch ein Gebet. Jesus spricht mit Gott auch noch im schlimmsten Leid.

Gott lässt Raum für das, was schwer zu tragen ist, weil möglicherweise darin eine Botschaft für uns verborgen ist.

Ich glaube, dass Gott im Leiden da ist. Er ist da, leidet mit, trägt, lässt aufatmen, schenkt Ruhe. Ich glaube das, weil Menschen davon erzählen, oft nach langer Leidenszeit. Wie sie Trost und Kraft erfahren und tiefe Geborgenheit verspürt haben. Bibelverse und Lieder spielen dabei eine Rolle.(wie z. B. der Psalm 23) Wo finde ich Gott? Nicht nur – und schon gar nicht vor allem – aber auch mitten im Leid. Dort finde ich Gott und er mich.

Monika Günther

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