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Zum Osterfest

Wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit

2.Kor 3,17b

Freiheit bedeutet immer Erlösung. So können wir den Vers übersetzen: Wo aber der Geist Gottes ist, da ist Erlösung!

An diesen apostolischen Begeisterungssatz von Paulus denke ich gerade jetzt vor Ostern, denn der Geist von Ostern bringt für mich eine große Befreiung mit sich – in Erwartung natürlich.

Der Frühling, die zwitschernden Vögel – die ersten Boten der Freiheit - die Belebung der Bäume durch das duftende Harz, der Anhauch der kommenden Wärme, die zunehmende Stärke des selbstbewussten Lichts eröffnen schon jetzt alle meine Sinnen, um das Leben in seiner Freiheit zu begrüßen, mitzuteilen und darüber zu erzählen.

Es ist sicherlich kein Zufall, dass gerade in diese Atmosphäre die religiöse Geschichte des Ostern mit ihrem Geheimnis vom Himmel her eingebettet wurde. Denn der siegende Christus, der das Leben nach seinem Martyrium, nach seinen Leiden, großartig wiederempfängt, ist eben der Herr des Sieges des Lebens und des Sieges der Freiheit. Nach allen Foltern und Leiden des schwachen Körpers, kommt die Zeit des verherrlichten Körpers der Macht, die den Tod ein für alle mal bekämpft und besiegt.

Wenn der Apostel später schreibt, dass der Herr zu uns kommen und unseren „nichtigen Leib verwandeln wird, so dass er gleich seinem verherrlichten Leibe werde, nach der Kraft, mit der er sich alle Dinge untertan machen kann“ (Phil 3,21), dann beschreibt er damit eben diese befreiende Macht. Die Auferweckung des Herrn heißt Erhöhung und Befreiung. Der vom Grab befreite Jesus befreit dann uns. Der Apostel Petrus hält in seiner 1.Predigt (Pfingstpredigt) an der Vorstellung fest, dass der Tod die Seele Jesu Christi gefangen genommen hatte, was dazu führte, dass die Seele Christi wieder befreit werden musste:

Den hat Gott auferweckt und hat ihn befreit aus den Wehen des Todes, denn es war unmöglich, dass er vom Tod festgehalten wurde.

Apg 2,24

Der auferstandene Jesus kommt wieder und kann mit seinen Jüngern am See Genezaret essen und er ist freier als sie. Die verriegelte Tür in Jerusalem ist für ihn kein Hindernis, die Entfernung zwischen Jerusalem und Emmaus ebensowenig. Er nimmt an der Freiheit Gottes teil - auf die Art und Weise, auf die wir uns das in unserer Haut, in unserem Leibe nicht vorstellen können.

Aber das ist eben die wahre Freiheit: sie ist die Kraft, die der belebende Geist gibt und wir können an ihr teilnehmen, wenn wir die Freiheit Gottes jetzt in unserem Leben respektieren und gewähren lassen. Wenn wir zulassen, dass Gott selber frei ist und dass er über uns gut entscheiden kann, wenn wir ihm diese Freiheit überlassen. Dann können wir auch selber an seiner Freiheit teilnehmen. Den Weg dazu zeigt uns Jesus durch seine Ostergeschichte vollständig und das motiviert zum neuen Leben im neuen Gehorsam, was wiederum zur Freiheit führt und zum erneuten ewigen Leben.

Der Evangelist Johannes bringt das Wesentliche auf den Punkt:

Jesus, der Menschensohn muss erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.

Joh 3,14b.15

So wünsche ich Ihnen und Euch frohes und befreiendes Osterfest!

Pfarrer Adam Balcar

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