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Gedanken im Advent

01_02.jpg Alle Jahre wieder das selbe Gefühl. Es weihnachtet schon wieder, obwohl doch gerade erst die Sommerferien zu Ende gegangen sind. Der Advent bereitet uns auf die Nacht der Nächte vor.

Auf die Frage, was Weihnachten für sie bedeute, antwortete eine gute Bekannte von mir: “Es ist die Zeit, in der Wünsche in Erfüllung gehen.“ Hmm, denke ich erst mal, klingt ziemlich profan. Aber ganz unrecht hat sie nicht.

Was wünschen Sie sich, was wünsche ich mir zu Weihnachten?

Es ist schon erstaunlich, was wir Menschen uns so wünschen. Meist handelt es sich dabei um materielle Dinge, deren Erfüllung im utopischen Bereich liegt. Ach ja, unsere Wünsche und ihre Erfüllung! Im Märchen steht plötzlich eine Fee oder ein Wurzelzwerg vor uns und bietet uns drei freie Wünsche an. Merkwürdigerweise erzählen diese Märchen oder Witze, dass der Mensch mit dieser Freiheit nicht umgehen kann, denn was dabei herauskommt ist mehr als kläglich. Und doch: Wünsche haben wir alle. Zum Beispiel Glück! Wobei keiner so recht weiß, was Glück eigentlich ist. Manche Gebete gleichen sogar Wunschzettellisten.

Oft geht es dabei ziemlich verworren zu, wahrscheinlich, weil wir nicht recht wissen, was wirklich nötig und richtig für uns ist.

In einem Gebet heißt es: „Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und gib mir die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.“ Gelassenheit, Mut und Weisheit stehen auf Weihnachtswunschzetteln eher nicht weit oben. Aber wenn man darüber nachdenkt, muss man zugeben: Es stimmt! Gelassenheit brauchen wir. Gelassen ist ja nicht einer, der alles lässt. Gelassenheit ist auch nicht gleichzusetzen mit Gleichgültigkeit. Sich selbst annehmen und eigene Grenzen erkennen und akzeptieren ohne zu hadern, ist die Kunst der Gelassenheit. Ebenso auch andere Menschen so hinzunehmen, wie sie sind, selbst wenn es schwer auszuhalten ist. Ja, und dann gibt es eben auch Dinge oder Situationen, für die es sich lohnt etwas zu riskieren oder einzusetzen. Dazu gehört Mut. Naja, und zur rechten Zeit die richtige Entscheidung zu treffen für das eine oder andere, dazu bedarf es eben der Weisheit. Die drei Sternkundigen jedenfalls sind losgelaufen und die Hirten auch.

Sie vertrauten dem Stern im geöffnetem Himmel. Unter einem verschlossenem Himmel wird das Leben immer schneller, anstrengender, angstvoller und unbarmherziger. Weihnachten ist das Angebot unbegrenzter Fürsorge von höchster Stelle. Wer das erkennt, lässt maßlose Wünsche, aber auch maßlose Ängste abfallen. Der Himmel für die Erde, Gott für die Menschen, die Erde für Gott und die Menschen füreinander – das ist gnadenbringende Weihnachtszeit.

Von Monika Günther


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